und die zielgruppen verschieden. kann man streetart als eine weiterentwicklung der writingkultur sehen?
jein. nein. ob du aus »der writerszene« kommst sagt gar nichts aus. ob man den scheiß geliebt + gelebt hat und es immer noch tut das zählt. was interessiert es mich ob horst x. früher mal'ne dose in der hand hatte und aufträge für burger king ge- sprüht hat? writing entwickelt sich
weiter durch das zurückschauen, das studieren der geschichte und damit verbunden das nach vorne fühlen, die antizipation, adap- tion und mutation von buchstaben; das ge- setz des flows. hat man an seinem flow ge- arbeitet, kann man ihn für charachter ge- nauso einsetzen, wie für
schriften.
das was ich tue, nenne ich charachter- writing weil ich meine flows vom writen ge- lernt habe. ab einem bestimmten punkt hat es sich dann umgekehrt und das charach- terwriting hat die buchstaben beinflußt. |
bei writern wie ESPO (BARRY MC GEE), MONKEY oder BROM sehe ich ähnliche ansätze. insofern befruchten sich streetart und writing also schon, aber halt nur, wenn man das will.
ich verstehe das viele writing-hardliner ein problem mit streetart haben, weil, wie ich bereits erwähnt habe, sich viele dieser aktiven halt noch in der »toy«-phase be- finden. sie reden viel, wollen viel, können noch zuwenig und kennen noch nicht den code der straße. wer tags einfach überpla- katiert, braucht sich halt nicht wundern, wenn die sachen
dann abgerissen werden.
viele dieser »konflikte« sind nur aufge- bauschte selbstfindungstrips. man grenzt sich von den »bösen« anderen ab, um da- durch seinen eigenen (oder gemeinsamen) standpunkt zu finden. der vorwurf das z.b. poster grundsätzlich whack sind, im ver- gleich zu tags und throwups, finde ich un- gültig. ich brauche um ein 3 x 1 meter großes plakat ordentlich an eine wand zu bringen, wesentlich länger, als ich brauche, um dort ein graffiti in der größe zu bomben. |
die gefahr erwischt zu werden ist (zumin- dest bei den größeren sachen) auch
we- sentlich größer. ob jetzt ein writer-toy den style von jemand anderem kopiert oder ein streetart-toy mit seinem download zum kopierladen rennt, bleibt sich gleich.
also: hört auf die techniken zu werten, sondern schaut auf den inhalt!
»gata, the gathering« - ende august, helmholtzplatz, berlin.
was war das für eine aktion und was bzw. wen wollet ihr damit erreichen?
unsere freunde wollten wir erreichen und mit ihnen eine außenausstellung in un- serem home, im kiez im prenzlauer berg machen. das ganze war so eine art offener workshop der für jeden zugänglich war: so wie die straße halt auch funktioniert. jeder konnte sich einbringen, aber wer nicht burnt wird gecrosst war das natürliche ge-
setz. dabei wurde die komplette außen- fassade des platzhauses gestaltet und der gitterzaun um's basketballfeld mit bemal- ten holzplatten zugehängt: zum klauen frei! - was auch rege ausgenutzt wurde. hihi.
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unser ziel war es kiezasseln, kinder, in- ternationale größen, nobodys, charachter- writer, hardcore-bomber alle friedlich zu- sammen arbeitend und ihr bestes gebend, zu sehen. das ganze haben MISS RIEL + ich ohne die hilfe der stadt, großer kon- zerne, biermarken und dergleichen, nur mit der hilfe der kiezläden, vereine und der pennerküche organisiert.
die artists kamen alle auf eigene kosten angeflogen, dafür haben wir uns um essen, bett, party und material gekümmert.
inspiration war uns dabei das treffen, dass CHAZZ (THE LONDON POLICE) und GALO, im februar in barcelona organ- isiert hatten.
und abschließend: was ist für dich der öffentliche raum?
der raum auf den keine einzelne person an- spruch erheben kann. aber manchmal ist es auch der raum auf den ich anspruch er- hebe. echtes sufi-rätsel, hehe...
NOMAD
(dank auch an katrin für den fotobeitrag) |