haben oder sein?
wir leben heute in einer zeit in der wei-
testgehend der radikale hedonismus vor-
herrscht. lust und genuss stehen hier im
wahnsinnigen gegensatz zu disziplinierter
arbeit. der individuelle egoismus bestimmt
das verhalten und den charakter der men-
schen, bei denen nicht teilen, sondern
besitzen vergnügen bereitet. man ist heute
auch schon der meinung, dass egoismus,
selbstsucht und habgier der menschlichen
natur zuzuschreiben sind. alle gesell-
schaften die diese eigenschaften noch nicht besitzen werden als primitiv be-
zeichnet.

   die industrielle gesellschaft verachtet
die natur, genau wie alles was nicht von
maschinen hergestellt wurden ist und
keine maschinen besitzt. die menschen
sind einfach fasziniert von der maschine,
vom leblosen und in zunehmenden maß von
der zerstörung. der wichtigste aller in-
stinkte, der selbsterhaltungstrieb scheint
nicht mehr zu funktionieren.

   von politikern werden wirksame maß-
nahmen zur verhinderung der katastrophe
unternommen. konferenzen, resolutionen
und abrüstungsverhandlungen erwecken
den eindruck, man veranstalte etwas zu
ihrer lösung. der persönliche erfolg der
politiker hat allerdings mehr bedeutung als
ihre gesellschaftliche verantwortung. ein
weiterer grund für das absterben unseres
selbsterhaltungstriebs ist darin zu finden,
dass der mensch die endgültige katas-
trophe den opfern vorzieht, die er jetzt
bringen müsste. ausserdem hat sowie so
niemand zeit sich mit solchen problemen
zu beschäftigen, die eigenen sind eben
wichtiger. das muss man ja auch akzep-
tieren.
(nach erich fromm)

   die schönen produkte
wir haben uns im letzten jahrhundert von
einer industriegellschaft zur medienge-
sellschaft weiter entwickelt. der markt ist
übersättigt, produkte gibt es wie sand am
meer und man konsumiert um glücklich zu
werden.
   was heute zählt ist nicht mehr der ver-
kauf der produkte, sondern vielmehr der
verkauf der idee. von den medien werden
uns ständig individualität und trends vor-
gespielt. wir müssen mit der zeit gehen,
stillstand bedeuted den tot. »selfdesign«
ist das neue schlagwort des 21. jahrhun-
derts. mit einer autospeziallackierung, mit
meiner individuellen handyschale und ent-
sprechendem klingelton dazu, mit schuhen,
die ich mir im internet wie eine pizza zu-
sammen stellen kann und mit secondhand-
klamotten von der stange werde ich heute
zum unverwechselbaren »ich«.
   was zählt ist die hülle. das »sein« hat
seine bedeutung verloren, das »haben« ist
heute überlebenswichtig.

   aus diesem hervorragenden anlass hat
KM4042 diese internetseite herausge-
bracht, welche uns den gesellschaftlichen
verfall näher bringen sollen. dreck, müll,
recycling und zerstörung stehen im mittel-
punkt unserer arbeiten.
   KM4042 dokumentiert den städtischen
raum und versucht somit den mensch mit
dem wahren erscheinungsbild zu konfron-
tieren.

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